Daniel Studer

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Kimmig-Studer-Zimmerlin

Harald Kimmig (vl)
Daniel Studer (b)
Alfred Zimmerlin (vc)

music:
kerl sah ur, live, 17:34
härznadel neh, studio, 5:53
härznahe nadl, studio, 10:38
krauls reh, live, 12:59

infos:
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photos for press:
photo 1 (jpg), photo by Dominic Büttner
photo 2 (jpg), photo by Dominic Büttner
photo 3 (jpg), photo by Dominic Büttner

concerts:

concerts with guests 2014-2015

videos:

Live in Berlin 2013 (vimeo)

cds/ cd reviews:

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press:

An diesem Abend wurde weder zitiert noch kopiert, es wurden keine Standards abgehakt und nicht dem ewigen Prinzip Thema-Solo-Thema gehuldigt, von allfälliger Swing-Gebärde ganz zu schweigen. Konventionelle Form-Schemata des Jazz lassen Kimmig/Studer/Zimmerlin aussen vor. Das mit Violine, Cello und Kontrabass ungewöhnlich besetzte Streichtrio lässt den Klangkörper in verschiedenste Richtungen ausdehnen, improvisiert spontan aus dem Augenblick heraus. Im Verlauf des Spiels werden immer wieder neue Formen geschaffen, die das Publikum im mässig besetzten Schützen in Spannung halten. Zuhören lohnte allemal, da facettenreiche Klangwelten, komplexe Strukturen und ausgeprägte Formen eine eigenständige Musik ohne stilistische Berührungsängste entstehen lassen. Der Jazzkongress zeigte sich von seiner freien Seite, wie er überhaupt immer wieder Trends gegenwärtigen musikalischen Schaffens abzubilden versteht. Es sind vor allem die überraschenden scharfen Kontraste, die die Spannbreite dieses Trios ausmachen. Es dauert mitunter mehrere Minuten des instrumentalen Abarbeitens und sich Findens, bis grosse Spannungsbögen entstehen, die nicht selten im Nichts enden - um partout zu neuem Leben erweckt zu werden. Der Freiburger Harald Kimmig ringt seiner Geige mit ungewöhnlicher Bogentechnik die unmöglichsten Töne ab - wie Alfred Zimmerlin, der seinem Cello Klänge entlockt mit Hilfsmitteln wie Stöcken und Wäscheklammer. Den aufmüpfigen Streicherklang komplettiert Daniel Studer. Sein Kontrabass hat weder die Funktion des Beat noch des marschierenden Rhythmus, sondern ist Mitgestalter des klanglichen und melodischen Geschehens. Der beredten Kommunikation der drei Streicher, die ihre Saiten nach allen Richtungen ziehen und zerren, schnappen und klatschen lassen und damit verblüffende Effekte erzielen, schliesst sich Jacques Demierre an. Der Genfer Pianist, erstmals Gast des 2008 formierten Trios, gibt dem nervösen Spiel der Drei Halt mit abstrakten Orientierungen. Auch im flüssigen Erfinden neuer Klänge und Geräusche ist Demierre ein Meister. Im Innern des Flügels findet er zu fein ziselierten Klängen und landet auf der gesamten Tastatur harte Attacken. Die Soundpalette der vier Musiker scheint unerschöpflich. Kimmig/Studer/Zimmerlin mit ihrem Gast Jacques Demierre haben dem Jazz ein Schnippchen geschlagen.
Reiner Kobe, Badische Zeitung, 2012

In der klassischen Musik zählen Streichtrios zu den häufigsten kammermusikalischen Besetzungen. Im Jazz sind sie hingegen eine Rarität. Insofern ist das frei improvisierende Streichtrio schon aufgrund des Instrumentariums ungewöhnlich, auch wenn es sich von klassischen Streichtrios dadurch unterscheidet, dass es mit Violine, Violoncello und Kontrabass besetzt ist. Auch der Umstand, dass der Geiger Harald Kimmig, der Cellist Alfred Zimmerlin und der Kontrabassist Daniel Studer den traditionellen Klang des Streichtrios durch ungewöhnliche Spieltechniken erweitern, hebt diese Schweizerisch-deutsche Formation aus dem Improvisationsalltag heraus. Auf der Basis einer langjährigen Zusammenarbeit und Vertrautheit entwickeln die drei Musiker facettenreiche Klangwelten, Strukturen und Formen.
Reinhard Kager, SWR, 2011

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